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Drohnen & Unbemannte Flugmodelle

Allgemeine Informationen

Drohnen über uns: Ihr Betrieb bietet großes Potenzial, ist aber nur in engen Grenzen erlaubt

Die leise surrenden Geräte werden immer beliebter – und so sieht man immer mehr von ihnen. So unauffällig sie zumeist sind, erzeugen sie doch mittlerweile bei vielen Menschen Ängste und Ablehnung: die sogenannten Drohnen. Flugdrohnen sind Luftfahrzeuge und werden im Luftverkehrsrecht als „unbemannte Luftfahrtsysteme“ bezeichnet. Sofern sie nur zu Zwecken des Sports oder der Freizeitgestaltung betrieben werden, gelten sie im Sinne des Luftverkehrsgesetzes als Flugmodell.

Einerseits bieten sie ein großes Potenzial, sowohl privat als auch gewerblich, wie z. B. Video- und Bildaufnahmen, Bauwerksuntersuchungen, Vermessungen, Unfalluntersuchungen, Einsätze in der Forst- und Landwirtschaft oder in Geo- und Umweltforschung. Andererseits wird die Gefahr von Kollisionen, Abstürzen oder Unfällen immer größer, je mehr Menschen sie zu unterschiedlichsten Zwecken und Gelegenheiten einsetzen.

Auch wenn sie frei verkäuflich sind und der Händler oftmals behauptet, dass sie erlaubnisfrei fliegen dürfen: Der Betrieb von Drohnen ist im Luftraum ohne behördliche Erlaubnis nur in engen Grenzen und unter Beachtung einer Vielzahl von Verboten erlaubt.

Um die potenziellen Gefahren, die mit dem Betrieb von Flugmodellen und Drohnen verbunden sind, so weit wie möglich einzudämmen, hat der Gesetzgeber, in diesem Fall das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, mit einer neuen Drohnen-Verordnung umfassende Regelungen getroffen. Diese gilt seit dem 7. April 2017.
Seitdem müssen Drohnen und Flugmodelle ab einem Gewicht von 250 Gramm mittels einer Plakette mit Namen und Adresse des Besitzers gekennzeichnet werden. Ab einem Gewicht von zwei Kilogramm müssen die Drohnen-Piloten nach einer Schulung Kenntnisse über Flugbetrieb, Navigation, Luftrechtsvorschriften und Luftraumstruktur nachweisen. Bei Drohnen und Flugmodellen ab einem Gewicht von fünf Kilogramm benötigen die Piloten dann sogar eine Betriebserlaubnis der zuständigen Landesluftfahrtbehörde. Im Freistaat Sachsen ist dies das Referat Luftverkehr und Binnenschifffahrt – bei der Landesdirektion Sachsen (LDS). Unabhängig vom Gewicht der Drohne oder des Flugmodells sind von allen Piloten jedweden unbemannten Fluggeräts die umfänglichen Betriebsverbote zu beachten, die in der Luftverkehrs-Ordnung festgehalten sind.

Eines der Kernelemente dieser Betriebsverbote ist der Schutz der Privatsphäre des einzelnen Bürgers, sei es durch ein Überflugverbot von Wohngrundstücken oder das Verbot, Menschenansammlungen zu überfliegen. Auch über weiteren sensiblen Bereichen wie Einsatzorten von Polizei- und Rettungskräften, Hauptverkehrswegen, Naturschutzgebieten, Industrieanlagen, Krankenhäusern, An- und Abflugbereichen von Flugplätzen ist der Betrieb von Drohnen und Flugmodellen verboten. Ausnahmen sind nur in besonders begründeten Fällen möglich, über die wiederum die Landesluftfahrtbehörden zu entscheiden haben.

Die Bund-Länderarbeitsgruppe (BLAG) für "Unbemannte Luftfahrtsysteme und Flugmodelle" - bestehend aus dem Bundesverkehrsministerium (BMVI), den jeweiligen Landesluftfahrtbehörden (LLB) und der Deutschen Flugsicherung GmbH (DFS) haben eine gemeinsame Webseite zum Thema "Drohnenflug" erarbeitet, die auf der Website www.dfs.de veröffentlicht ist. Dort finden Steuerer unbemannter Fluggeräte weitere zusammengefasste Informationen und Hinweise für ihren Betrieb. Die Antragsformulare mit den Angaben und Unterlagen für die Antragsteller wurden optimiert und sind im Internet abrufbar.

Fragen und Antworten zum Thema „Drohnen und Flugmodellen“: https://www.lds.sachsen.de/luftverkehr/ oder www.bmvi.de/drohnen

Drohnen-Verordnung erklärt © BMVI

Verfahrensablauf

Um festzustellen, ob an Ihrem Standort Drohnenflug erlaubt ist, empfehlen wir die DFS-DrohnenApp oder den DFS-DrohnenCheck.

Zuständige Stelle

DFS Deutsche Flugsicherung GmbH 

Online-Antrag: www.dfs.de

Anträge für Großveranstaltungen mit mehreren Aufstiegsorten senden Sie bitte per E-Mail an bnl@dfs.de.

Was sollte ich sonst noch wissen?

Der Betrieb des unbemannten Fluggeräts ist verboten (§ 21b Abs. 1 LuftVO):

  • außerhalb der Sichtweite des Steuerers (siehe untenstehende Erläuterungen), sofern die Startmasse des Geräts fünf Kilogramm und weniger beträgt,
  • über und in einem seitlichen Abstand von 100 Metern von Menschenansammlungen, Unglücksorten, Katastrophengebieten und anderen Einsatzorten von Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben, sowie über mobilen Einrichtungen und Truppen der Bundeswehr im Rahmen angemeldeter Manöver und Übungen.
  • über und in einem seitlichen Abstand von 100 Metern von der Begrenzung von Industrieanlagen, Justizvollzugsanstalten, Einrichtungen des Maßregelvollzugs, militärischen Anlagen und Organisationen, Anlagen der Energieerzeugung und -verteilung sowie über Einrichtungen, in denen erlaubnisbedürftige Tätigkeiten der Schutzstufe 4 nach der Biostoffverordnung ausgeübt werden, soweit nicht der Betreiber der Anlage dem Betrieb ausdrücklich zugestimmt hat,
  • über und in einem seitlichen Abstand von 100 Metern von Grundstücken, auf denen die Verfassungsorgane des Bundes oder der Länder oder oberste und obere Bundes- oder Landesbehörden oder diplomatische und konsularische Vertretungen sowie internationale Organisationen im Sinne des Völkerrechts ihren Sitz haben sowie von Liegenschaften von Polizei und anderen Sicherheitsbehörden, soweit nicht die Stelle dem Betrieb ausdrücklich zugestimmt hat,
  • über und in einem seitlichen Abstand von 100 Metern von Bundesfernstraßen, Bundeswasserstraßen und Bahnanlagen, soweit nicht die zuständige Stelle dem Betrieb ausdrücklich zugestimmt hat,
  • über und in einem seitlichen Abstand von 100 Metern von der Begrenzung von Krankenhäusern,
  • über Naturschutzgebieten im Sinne des § 23 Absatz 1 des Bundesnaturschutzgesetzes, Nationalparken im Sinne des § 24 des Bundesnaturschutzgesetzes und über Gebieten im Sinne des § 7 Absatz 1 Nummer 6 und 7 des Bundesnaturschutzgesetzes, soweit der Betrieb von unbemannten Fluggeräten in diesen Gebieten nach landesrechtlichen Vorschriften nicht abweichend geregelt ist, 
  • über Wohngrundstücken, wenn die Startmasse des Geräts mehr als 0,25 Kilogramm beträgt oder das Gerät oder seine Ausrüstung in der Lage sind, optische, akustische oder Funksignale zu empfangen, zu übertragen oder aufzuzeichnen, es sei denn, der durch den Betrieb über dem jeweiligen Wohngrundstück in seinen Rechten betroffene Eigentümer oder sonstige Nutzungsberechtigte hat dem Überflug ausdrücklich zugestimmt, 
  • in Flughöhen über 100 Metern über Grund, es sei denn, der Betrieb findet auf einem zugelassenen Modellfluggelände statt oder, soweit es sich nicht um einen Multicopter handelt, der Steuerer ist Inhaber einer gültigen Erlaubnis als Luftfahrzeugführer oder verfügt über eine Bescheinigung (§ 21a Absatz 4 Satz 3 Nummer 2 oder 3 LuftVO),
  • unbeschadet des § 21 LuftVO in Kontrollzonen, es sei denn, die Flughöhe übersteigt nicht 50 Meter über Grund,
  • zum Transport von Explosivstoffen und pyrotechnischen Gegenständen, von radioaktiven Stoffen, von gefährlichen Stoffen und Gemischen gemäß § 3 der Verordnung zum Schutz vor Gefahrstoffen, von Biostoffen der Risikogruppen 2 bis 4 gemäß § 3 Absatz 1 der Biostoffverordnung sowie von Gegenständen, Flüssigkeiten oder gasförmigen Substanzen, die geeignet sind, bei Abwurf oder Freisetzung Panik, Furcht oder Schrecken bei Menschen hervorzurufen.
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