• Bummeln an der Wallgraben-Promenade (Stadt Grimma)
  • Der Mulderadweg führt durch Grimma (Sylvio Dittrich)
  • Das Dorf der Sinne Höfgen blüht auf (Markus Thieme)
  • Obstblüte in Cannewitz (Gerhard Weber)
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Angepasstes Nutzerverhalten

Energieeffizienz/Umweltverträglichkeit

Download Pressemitteilung des Regionalmanagement Leipziger Muldenland "Energiekonzept fertiggestellt" (PDF, 58kb)

Die folgenden Hinweise sollen für einen möglichst effizienten und umweltfreundlichen Einsatz von Energie und Ressourcen sensibilisieren und diesen durch eine angepasste Lebensweise ermöglichen.

Tabelle 1 gibt beispielhaft einige Angaben zu den Treibhausgas-Emissionen (THG), die mit verschiedenen menschlichen Aktivitäten einhergehen (Quelle: Le Monde diplomatique 2009 u. a.). Die Handlungsmöglichkeiten sind unterteilt in die Bereiche Wärme, Elektroenergie, Mobilität und Ernährung/Konsum/Lebensstil. Die Daten stammen sowohl aus verschiedenen Quellen: SAENA 2009, difu 1997, Deutscher Mieterbund e. V. 2009).

uba.klima-aktiv.de/umleitung_uba.html
www.saena.de/
www.verbraucherzentrale-energieberatung.de/web/

Tabelle 1: THG-Emissionen verschiedener Aktivitäten

Quelle: Le Monde diplomatique 2009, taz 12.11.09 und eigene

Aktivität THG-Emissionen in kg CO2
Handybenutzung pro Jahr 112
Herstellung von 1 Tonne Zucker 730
Verbrennung von 1 Tonne Rohöl 3.065
Eine Minute Laufzeit eines 1.000-MW-Kohlekraftwerks 9.665
Produktion von 100 kWh Strom aus einem Kohlekraftwerk 80 bis 105
Ein Jahr Beleuchtung eines Wohnhauses 135
Weizenanbau je Hektar 3.020
Jährlicher Methan-Ausstoß einer Milchkuh 3.505
Jährlicher Methan-Ausstoß eines Kalbes 1.740
Jährlicher Methan-Ausstoß eines Schweins 230
Jährlicher Methan-Ausstoß einer Ziege 370
Jährlicher Methan-Ausstoß eines Schafes 320
Flug von Berlin nach New York und zurück je Passagier 4.160
Langstreckenflüge 1.000 km First Class je Passagier 770
Langstreckenflüge 1.000 km Business Class je Passagier 510
Langstreckenflüge 1.000 km Economy Class je Passagier 220
Doppelhamburger 3
Fleischreiche Ernährung je Person und Jahr 6.700
Vegetarische Ernährung je Person und Jahr 1.220
Vegane Ernährung je Person und Jahr 190
Herstellung eines PC samt Monitor 275
Fernsehbenutzung pro Jahr 23
Eine Tonne nicht recyceltes Altpapier 1.470
Herstellung von 1 Tonne Benzin durch Förderung und Raffinieren von Rohöl 570
Eine Tonne Erdöl von der Förderung bis zum Verbrauch 3.760
Fang einer Tonne Hochseetunfisch 3.230
Herstellung von einer Tonne Weizenmehl 490
Herstellung und Entsorgung von 1 Tonne Plastikfolie 6.480
Abholzung von 100 m² Wald (CO2-Speicher wird vernichtet) 3.500
Aufbereitung von 1 m³ Abwasser aus der Zuckerindustrie 565
Aufbereitung von 1 m³ Brauerei-Abwasser 59
Pkw je 100 Kilometer 10 bis 20
Lkw (40 t) je 100 Kilometer 73
Zug (Nahverkehr - Diesel/Strom) je Platz und 100 Kilometer 2

 

Wärme

  • Verzicht auf unnötige Beheizung.
  • Korrekte Einstellung der Heizungsanlage (Heizkurve, Sommer-/Winterbetrieb) und regelmäßige Wartung durch Fachpersonal.
  • Abschalten bzw. Einschränkung der Beheizung bei länger nicht genutzten Räumen (Wochenend-, Urlaubsabwesenheit), falls dies keine automatische Steuerung übernimmt.
  • Richtige Einstellungen der Raumtemperatur (vgl. dazu Tabelle): Jedes Grad weniger spart rund 6 % der Heizenergie. In der Nacht kann auf 16 °C heruntergedreht werden.
  • Möglichst sparsamer Einsatz von Warmwasser (bspw. durch Duschen statt Baden).
  • Ein kalter Raum wird nicht schneller warm, wenn die Heizventile voll aufgedreht sind, er wird lediglich wärmer als benötigt.
  • Mehrmals am Tag kurz und gründlich lüften (Stoßlüften) statt Dauerlüften mit gekippten Fenstern (während der Heizperiode sollte die relative Luftfeuchte bei 40 bis 60 % liegen).
  • Heizkörper sollten nicht verstellt sein (bspw. durch Möbel, Vorhänge, Verkleidungen etc.).
  • Rollläden, Fensterläden und Vorhänge über Nacht schließen (reduziert die Wärmeverluste um bis zu 20 %).
  • Verwendung von elektrischen Heizlüftern möglichst vermeiden (Heizen mit elektrischem Strom ist besonders umweltunfreundlich).
  • Bei Abendterminen (z. B. in Schulen, Kirchen etc.) sollte die Raumwahl entsprechend den Heizkreisen koordiniert werden. Belegungstermine, wie z. B. Elternsprechtage, sollten abgestimmt und auf einzelne Tage gebündelt werden.
  • Heizkörpernischen sind Wärmebrücken - durch nachträgliches Anbringen von Isolierung (aluminiumkaschierte Styroporplatten) können diese Verluste verringert werden.
  • Anbringen von Thermometern in beheizten Räumen zur Temperaturkontrolle.

 

Tabelle 2: Norm-Innentemperaturen nach DIN EN 12831

Raumart Norm-Innentemperatur in °C
Wohn- und Schlafräume 20
Büroräume, Sitzungszimmer, Ausstellungsräume etc. 20
Hotelzimmer 20
Verkaufsräume, Läden 20
Unterrichtsräume allgemein 20
Theater-, Konzerträume 20
Bade- und Duschräume, Umkleideräume 24
WC-Räume 20
Beheizte Nebenräume (Flure, Treppenhäuser) 15
Unbeheizte Nebenräume (Keller, Treppenhäuser, Abstellräume) 10
Kirche, nicht genutzt 8 bis 12
Kirche während der Nutzung max. 18

 

Elektroenergie

  • Verzicht auf unnötige Elektrogeräte/elektr. Dienstleistungen.
  • Wechsel zu Ökostromanbieter.
  • Anschaffung nur hocheffizienter Elektrogeräte der Effizienzklasse A++ (Hinweise finden sich unter www.stromeffizienz.de).
  • Stand-By-Geräte (Kopierer, PCs, Drucker, Diktiergeräte usw.) bei längerem Nichtbedarf abschalten. Kopierer z. B. verbrauchen rund 70 bis 80 % ihres Stroms während des Stand-By-Betriebs (UPIS 27/95). Ggf. mehrere Kopierwünsche sammeln.
  • Abschalten der Beleuchtung bei ausreichendem Tageslicht, bei Nichtbedarf oder längerem Verlassen von Räumen sowie fensterseitiges Teilabschalten.
  • Wärmere bzw. luftige Kleidung ist angebrachter als elektrische Zusatzheizgeräte oder Ventilatoren.
  • Elektrische Warmwasserbereiter (Untertischspeicher) ausschalten und nur bei Bedarf in Betrieb nehmen.
  • Kühltemperaturen an die Erfordernisse anpassen: -18 °C im Gefrierabteil, 7 °C im Kühlabteil.
  • Einsatz von Geräten zur Raumkühlung möglichst vermeiden.
  • Waschmaschinen möglichst nur bei Temperaturen von 30 °C oder 40 °C betreiben, für stark verschmutzte Wäsche ist in der Regel das 60 °C-Programm ausreichend (90 °C-Programm vermeiden). Befüllung der Waschmaschine mit Warmwasser senkt den Primärenergiebedarf.
  • Nutzung von Wäschetrocknern unbedingt vermeiden.
  • Kochen möglichst mit (geschlossenem) Topfdeckel. Schnellkochtopf verwenden.
  • Frühzeitiges Ausschalten von E-Kochplatten (Nutzung der Restwärme).
  • Zur Erwärmung von Wasser möglichst Wasserkocher statt Elektroherd verwenden (Wirkungsgrad Wasserkocher ca. 90 % gegenüber 40 % E-Herd).
  • Beleuchtungsart bewusst auswählen, nur Leuchtmittel der Effizienzklasse A++ verwenden.
  • Laptops und Notebooks benötigen bei gleicher Dienstleistung zehnmal weniger Strom als Tisch-PCs. Für den Einsatz am Schreibtisch lassen sich die Geräte mit einer normalen Tastatur und externem Bildschirm ausstatten.
  • Ab 20 Minuten Nicht-Bedarf sollte ein PC abgeschaltet werden. Bildschirme können immer abgeschaltet werden, wenn sie nicht benötigt werden, denn sie verkraften rund zehn Abschaltvorgänge täglich ohne Schaden (UPIS 22/1994). Bildschirmschoner bringen nur geringe Einspareffekte.
  • Auf nicht benötigte Steckkarten im PC verzichten, da jede Karte zusätzlich Strom verbraucht.
  • Gemeinsam genutzte Drucker sind besser ausgelastet und haben einen geringeren spezifischen Verbrauch.

 

Mobilität

  • Verkehrsvermeidung durch optimierte Mobilitätsplanung.
  • Nutzung von Fahrrad, ÖPNV, Pendlernetz, Carsharing, wo dies möglich und sinnvoll ist.
  • Förderung der Fahrradbenutzung für innerörtliche Dienstgeschäfte und den Arbeitsweg durch diebstahlsichere, überdachte Fahrradabstellmöglichkeiten oder attraktive Nutzungsbedingungen für Dienstfahrräder, z. B. durch flexible Entleihmöglichkeiten für die Mitarbeiter.
  • Nutzung von Lastfahrrädern im innerörtlichen Bereich/Dienstgeschäft.
  • Möglichkeiten zu finanziellen Anreizen ausschöpfen (z. B. Münster: Zahlung einer Pauschale für Fahrradbenutzung, finanziert aus Parkplatzgebühren).
  • Reduktion der Parkberechtigungsscheine für städtische Mitarbeiter anstreben. Eventuell können als flankierende Maßnahme zur ÖPNV- und Fahrradförderung Parkplatzgebühren erhoben werden (Münster). Dienstparkplätze sind oft angemietet, so dass durch vermehrte Job-Ticket- oder Fahrradnutzung eine Kostenreduzierung erreicht werden kann.
  • Verkehrsinformationen über günstige ÖPNV-Anbindung (insbesondere für Besucher der Verwaltung) in öffentlichen Hinweisen, Anschreiben, Einladungen usw. weitergeben.
  • Einige Verkehrsunternehmen bieten mit dem „Blauen Engel“ ausgezeichnete Umweltfahrkarten an (RAL-ZU 51, 1995).
  • Information der städtischen Mitarbeiter über energiesparende, umweltschonende Fahrweisen (Fahrschulen bieten hierzu Kurse an). Der Einfluss der Fahrweisen „defensiv“, „normal“ und „offensiv“ auf gemeindenahen Autobahnen und leistungsfähigen Gemeindestraßen beträgt (je nach Fahrzeuggröße) beim Kraftstoffverbrauch -20 bis +50 %. Auf Autobahnen ohne Geschwindigkeitsbeschränkung sind Mehrverbräuche von über 90 % möglich (UBA 1996, S. 49).
  • Dienstanweisung zum Tempolimit (100, 50, 30) – kann durch Tempo 100-Aufkleber gegenüber der Öffentlichkeit dokumentiert werden kann.
  • Interne Mobilitätszentrale: Vermittlung von Fahrgemeinschaften und Mitfahrgelegenheiten z. B. durch das Personalamt, das bei Nachfrage auf potentielle Fahrgemeinschaftskonstellationen hinweist (Bsp. Stuttgart). Eine Einbeziehung benachbarter Behörden oder Betriebe ist sinnvoll. Das Berufspendlernetz Sachsen, ein Modellprojekt der Sächsischen Energieagentur SAENA kann ebenfalls eine Alternative bieten (http://sachsen.pendlernetz.de).
  • Fahren im unteren Drehzahlbereich (maximal 2.000 U/min).
  • Benutzung der Klimaanlage vermeiden (zusätzlicher Verbrauch: 0,5 bis 2,5 l/100 km).
  • Unnötige Dachgepäckträger sowie unnötige Lasten vermeiden.

 

Ernährung/Konsum/Lebensstil

  • Verzicht auf unnötigen Konsum.
  • Bevorzugung von Produkten mit folgenden Eigenschaften:
    • Regional (Regionale Wertschöpfung, Vermeidung von unnötigem Verkehr),
    • Fair (Armut erhöht die Gefahr der Zerstörung von Lebensräumen wie z. B. den tropischen Regenwäldern, fair gehandelte Produkte garantieren ethische und soziale Mindeststandards),
    • Bio (biologisch und ökologisch erzeugte Produkte belasten i. A. die Umwelt weniger und entlasten u. a. auch das Klima).
  • Bevorzugung von Secondhand-Produkten (zusätzlicher Vorteil bei Kleidung – evtl. aus der Herstellung stammende Giftstoffe sind bereits während des Vorgebrauchs ausgedünstet).
  • Erhöhung des Anteils vegetarischer (also fleischloser) Ernährungsbestandteile (vgl. dazu Tabelle 1).
  • Erhöhung des Anteils veganer (also pflanzlicher) Ernährungsbestandteile (vgl. dazu Tabelle 1).1
  • Urlaub möglichst in der Region machen (Flugreisen vermeiden).
  • Verzicht auf eigenes Auto, wenn möglich; Alternativen: TeilAuto/Carsharing, ÖPNV, Pendlernetz (sachsen.pendlernetz.de).
  • CO2-Kompensation (Ausgleich von bspw. Flugreisen), Bsp. www.atmosfair.de
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