Mutzschen - Details

mit den Ortsteilen: Gastewitz, Göttwitz, Jeesewitz, Köllmichen, Prösitz, Roda, Wagelwitz und Wetteritz

Gesamteinwohnerzahl: 2255 (Stand Januar 2011)

Schloss Mutzschen Mutzschen (1220 Einwohner)
Die ersten Anzeichen einer Besiedlung in der Region reichen bis in die Bronzezeit zurück, dessen Zeitzeuge ein Hügelgräberfeld der Lausitzer Kultur (1800 v. Chr.) am Doktorteich ist. Von der Zeitenwende bis zur Völkerwanderung besiedelten germanische Hermunduren die Gegend. Slawische Stämme drangen nach und um 500 ist die Gegend von Sorben besiedelt, wovon der sogenannte Sorbenwall zeugt, der heute noch teilweise im Ortsteil Köllmichen erhalten ist. In einer am 18. März 1081 in Regensburg verfassten Akte wird Mutzschen erstmalig urkundlich erwähnt.

Kriegerdenkmal
Kriegerdenkmal
Im 12./13. Jahrhundert gehörte Mutzschen zur Burggrafschaft Leisnig, zum Pleißenländischen Reichsterritorium und zur Markgrafschaft Meißen. Zwar wird Mutzschen bereits 1523 erstmals als Städtchen bezeichnet, urkundlich belegt ist das Stadtrecht mit der Verleihung verschiedener städtischer Privilegien aber erst ab 1544.

1490 gründeten die Starschedels, sie übten über 200 Jahre in Mutzschen die Stadtherrschaft aus, ein Kloster der Marienknechte (Serviten). Es bestand bis zur Säkularisierung 1530 und soll für einige Monate Thomas Müntzer beherbergt haben.

Postsäule auf dem Markt Bis 1582 kaufte Kurfürst August von Sachsen den gesamten Starschedelschen Besitz auf und infolge dessen hatte die Stadt einen neuen Herren. Damit einhergehend wurde Mutzschen zum Zentrum und Sitz vom "Amt Mutzschen", zu dem auch Wermsdorf gehörte. Das Amt bestand bis 1856.

In der Wermsdorfer Hubertusburg fand mit dem Friede zu Hubertusburg der Siebenjährige Krieg im Jahre 1763 sein Ende. Ein schlichter Gedenkstein, in dem am Ortsrand Mutzschen gelegenen Gehölz Lindigt, erinnert an rund 10.000 Opfer, vorwiegend Franzosen, der Völkerschlacht zu Leipzig.

Kirche Mutzschen
Kirche Mutzschen
Von den Zerstörungen der beiden Weltkriege blieb Mutzschen weitgehend verschont. Der Anfang des 18. Jahrhunderts wiederaufgebaute und seither kaum veränderte Markt steht mit seiner Postsäule (1725) unter Denkmalschutz.

Die relativ dicken Lößlehmschichten vor den Toren der Stadt waren nicht nur der Ausgangspunkt für die Landwirtschaft, sondern auch die Materialgrundlage für zahlreiche Töpferei- und Ofenbaubetriebe. Teilweise baute man diesen Lehm auch untertage ab, so daß die Stadt heute noch von zahlreichen mitunter mehretagigen tiefen Kellern und sogenannten "Höhlern" durchzogen ist.

Über einige Jahrzehnte gab es in Mutzschen eine Porzellanfabrik. Das in ihr hergestellte Bisquitporzellan zierte so manche Vitrine, später produzierte man Isolatoren.

Gastewitz (57 Einwohner)
Urkundliche Ersterwähnung des Ortes im Jahre 1251. Alte Drei- und Vierseithöfe bestimmen das Bild dieses ehemaligen "Sackgassendorfes", das seit 1993 zu Mutzschen gehört. Die Landwirtschaft prägte das Geschehen im Dorf, Handel und Industrie entwickelten sich nicht.

Göttwitz (233 Einwohner)
Urkundliche Ersterwähnung im Jahre 1028. Der Ort ist ein Platzdorf (Block und Streifenflur) mit slawischen und bronzezeitlichen Funden zum Teil mit geschützten Bodendenkmalen. Verschiedene grosse Bauernhöfe als Dreiseit- und Vierseithof, teilweise noch mit Fachwerk versehen, und neue schmucke Eigenheime bestimmen das Ortsbild. Bemerkenwert ist das ehemalige Ausflugslokal "Pappelschänke", das von 1948 bis 1992 ein Kinderheim war und heute als Wohnheim dient. Göttwitz gehört seit 1974 zu Mutzschen. Verschiedene Gewerke wie Fischzucht, Transport- Unternehmen, Landwirtschaft und Rekultivierung sind im Ort ansässig. Ein neu angelegter Sport- und Kinderspielplatz ist im Ort vorhanden. Für Anglerfreunde besteht die Möglichkeit zum Angeln im idyllisch gelegenen Döllnitzsee (nur mit Angelschein). Jeesewitz (33 Einwohner)

Urkundliche Ersterwähnung im Jahre 1350, Eingemeindung nach Mutzschen 1993. Das Dorf ist ein Gassendorf mit Drei- und Vierseitenhöfen und wenigen kleineren Häusern. Große Flächen der Landwirtschaft und des Obstanbaues prägen die Umgebung des Ortes. Außer einem kleineren Zimmereibetrieb konnte sich kein Dienstleistungsgewerbe und auch kein weiteres Gewerbe ansiedeln.

Köllmichen (29 Einwohner)
Urkundliche Ersterwähnung im Jahre 1354. Als archäologische Besonderheit sind Reste einer Wallanlage "Alte Schanze aus der Slawenzeit" auf einem Geländesporn vorhanden und seit 1935 als Bodendenkmal geschützt. Köllmichen ist seit 1993 ein Ortsteil der Stadt Mutzschen und ist von Landwirtschaft geprägt, eine Industrieansiedlung fand nicht statt.

Prösitz (60 Einwohner)
Urkundliche Ersterwähnung des Ortes im Jahre 1378, Eingemeindung nach Mutzschen 1993. Prösitz ist ein Sackgassendorf, Drei- und Vierseithöfe mit teilweise erhaltenen Natursteinmauern stehen dazu im Einklang. Durch den Bau der Autobahn wurde der Charakter des Sackgassendorfes noch verstärkt. Verschiedene Betriebe wie Computerservice, Energie – und Wasserwirtschaft GmbH und Landwirtschaft sind ansässig. Des Weiteren wird das Ortsbild durch das bestehende Künstlergut stark geprägt. Erwähnenswert sind auch die Windmühle von Prösitz und der Dorfplatz mit dem "Wunder von Prösitz", einem einmaligen Erlebnis für den Besucher.

Roda (114 Einwohner)
Roda ist ein deutsches Rodungsdorf und wurde 1439 als Bauernsiedlung erstmals urkundlich erwähnt. Wegereste des Reichsapfelsteiges im Wermsdorfer Wald, große Bauernhöfe - vorwiegend Dreiseitenhöfe und ein alter Backofen am Ortseingang sind Zeitzeugen der Geschichte. Die Eingemeindung nach Mutzschen erfolgte 1971. Im Ort befinden sich mehrere kleine Produktionsstätten wie z.B. Schmiede, Baustoffe, Direktvermarkter und eine Schäferei.

Wagelwitz (158 Einwohner)
Urkundliche Ersterwähnung im Jahre 1378. Wagelwitz liegt nordwestlich von Mutzschen und wurde im Jahre 1994 eingemeindet. Der Ort ist ein Sackgassendorf mit Drei- und Vierseithöfen, aber auch schmucken Einfamilienhäusern. Mehrere kleine Produktionsstätten wie Landwirtschaft, Transportunternehmen und Lebensmittelgeschäft sind in Wagelwitz vorhanden. Eine alte Wassermühle aus dem Jahre 1592 wurde als Futtermühle betrieben.

Wetteritz (351 Einwohner)
Urkundliche Ersterwähnung des Ortes im Jahre 1378. Wetteritz wurde 1974 eingemeindet. Der Ortskern besteht vorwiegend aus Dreiseithöfen. In südlicher Richtung entstand in den vergangenen Jahren eine neue Wohnsiedlung. Landwirtschaft ist vorwiegend Bestandteil des Ortes, Industrieansiedlungen fanden in beiden Teilen von Wetteritz nicht statt, Handelseinrichtungen sind ebenfalls nicht vorhanden.

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