Döben - Details

Entfernung Döben-Grimma:
ca. 5 km, bezogen auf das Stadtzentrum

Flächengröße:
261,42 ha

Einwohner (Stand 12.2009):
insgesamt 1084

DöbenDornaGrechwitzNeunitz
429 109 325 221

Foto: Uebel

Ortslage:

• Döben: (163 - 200 m über NN)
Aus einer Burgwardanlage hat sich zwischen zwei muldewärts führenden Tälern ein Rundling mit sehr großem Dorfplatz (Markt) entwickelt. Die Göhrengasse war bis in das 16. Jahrhundert ein eigenständiges Zeilendorf (Göhren von gora = Berg)

• Dorna: (125 m über NN) Der ursprüngliche Rundweiler mit Dorfzeile in der Muldenaue ist altes Siedlungsland. Es liegen wertvolle Funde aus der Laténezeit (ca. 450 v. Chr.) vor, u.a. eine bronzene Gewandfibel. Vor 1000 Jahren bestand nahe Dorna in der Nähe der Mulde eine slawische Siedlung. Von der Klingenfurth (Grimma) führt ein Straßenzug über Dornaer/Döbener/Grechwitzer Flur zum Höhenzug (Wasserscheide) in Richtung Mutzschen.


Dornaer Fibel • Foto: Herr Pippig

• Grechwitz (Rundling) und Neunitz (Sackgassendorf): 200 m über NN
Beide Dörfer sind slawische Gründungen. Sie entstanden direkt an einer alten Handelsstraße von Breslau über Oschatz und Grimma nach Leipzig. Für Grechwitz sind frühbronzezeitliche Siedlungsfunde belegt.


Besondere geschichtliche Ereignisse:

Mittelalter:

  • 1012 Urbs galoci, eigenständige Siedlung im Zetten, slawische Volksburg
  • 1046 erste urkundliche Nennung des Burgwards Groby
  • 1117 erobert Wiprecht v. Groitzsch Döben und zerstört die Burg
  • 1185 Döben wird Reichsburg
  • 1286 Döben kommt unter die Herrschaft der Meißener Markgrafen
  • 1350 Burg mit freiem Eigengut

Neuzeit:
Nach 1910 erhielt Döben elektrischen Strom. Es gründete sich eine Wassergenossenschaft, die einen kleinen Teil des Ortes mit fließendem Trinkwasser versorgte. Schloss und Rittergut nutzten bereits vorher schon durch freies Gefälle in Holzrohrleitungen aus der Meisensprüh kommende Quellwasser. Den Anschluss an das Reichsbahnnetz erhielt Dorna-Döben 1910 durch den gleichnamigen an der Strecke Wurzen-Grimma-Glauchau liegenden Haltepunkt. Leider wurde die Strecke 1969 stillgelegt. Dafür besteht örtlicher Personennahverkehr mit Bussen. 1932 wurde die Freiwillige Feuerwehr Döben gegründet. 1935 feierte der Ort die 1000-Jahrfeier. Anfang der 60er Jahre des 20. Jahrhunderts wurde begonnen, das gesamte Dorf mit einem Trinkwasser-, Stadtgas- und teilweisem Abwasserkanalnetz auszustatten. 1994 wurden Döben, Dorna, Grechwitz und Neunitz nach Grimma eingemeindet.
Ab 1998 erfolgte in Döben die Neugestaltung des Dorfplatzes, der Bau des Rad- und Wanderweges Galgenberg - Grimma, der grundhafte Ausbau einiger Straßen einschließlich Erneuerung der Beleuchtung, unterirdische Stromversorgung und Telefonverkabelung.

1995 Gründung des Freundeskreises Dorf und Schloß Döben e.V.
2002 Gründung der Interessengemeinschaft für Ortsgeschichte Döben

Bemerkenswertes für Besucher:
Im und um den Ort laden mit Wegweisern gekennzeichnete kleine Gassen und Waldwege abseits der Straßen zum Wandern ein. Bedingt durch seine Höhenlage bietet der Ort herrliche Ausblicke in das Muldental. Im Ruhland und Teichmühlental bestehen bei guten Schneeverhältnissen Ski- und Rodelmöglichkeiten.


Ruhland • Foto: Herr Uebel



Sehenswürdigkeiten:

• Naturschutzgebiet "Döbener Wald":
Es erstreckt sich mit einer Größe von ca. 100 ha am Prallhang der Mulde zwischen Dorna und Schmorditz. Das Gebiet ist mit schönem Laubmischwald bestanden und von kleinen feuchten Tälern durchzogen. Hier wachsen z.B. Buschwindröschen, Lerchensporn, Lungenkraut, Schuppenwurz, Aronstab, das Kleine Immergrün, Himmelschlüssel u.a. Neben Fröschen und Kammmolchen findet man auch den sehr seltenen Feuersalamander.

• Zetten:
Der Zetten ist mit seiner Innenfläche von 300 x 500 m der größte Viereckwall Sachsens. An seiner Süd- und Ostseite ist das Wallsystem noch heute gut zu erkennen. Seine Nordseite war durch die steil abfallende Felspartie an der Mulde und die Westseite durch einen tiefen Taleinschnitt geschützt. Vermutlich schon seit der Bronzezeit (ca. 1400 vor Chr.) genutzt, diente er den Slawen als Siedlungs- und Kultplatz. Eine Anlage nur als Kultplatz und Volksburg ist auf Grund seiner Größe wenig wahrscheinlich. Die Nutzung in frühdeutscher Zeit ist anzunehmen.

• Feueresse:
Eine Felsnadel aus Grimmaer Quarzporphyr, zu erreichen über den Zetten.

• Hoher Stein:
Ein Süßwasserquarzit an der Straße nach Grechwitz, vielleicht ein uraltes Wegemal.

• Steinkreuze:
Ein Steinkreuz befindet sich auf dem Dorfplatz,ein weiteres in der Schomergasse. Es handelt sich vermutlich um mittelalterliche Sühnekreuze.


Historische Bauten im Ort:

• Kirche
Eine Chorturmkirche romanischen Ursprungs aus dem 12. Jh. erhielt 1698 nach einem inneren und äußeren Umbau ihre heutige Gestalt. Im Inneren ein Spätrenaissance-Altar, eine Kanzel aus dem 17. Jh., ein romanischer Taufstein sowie interessante alte Grabplatten, u.a. die Porphyrplatte eines Döbener Burggrafen (um 1200). 1991 erfolgte die Restaurierung des Deckengemäldes.
Bereits 1563 erste Erwähnung eines Kirchschullehrers.
2004 kehrten nach erfolgter Restaurierung die ersten zwei Figuren einer historisch wertvollen Renaissance-Gruppe in die Kirche zurück. Seit 2007 ist auch die dritte Figur, die Frau des Stifters, wieder zu bewundern. Einen Teil der für deren Restaurierung erforderlichen Mittel stellet die Deutsche Stiftung Denkmalschutz zur Verfügung. Die fehlenden Gelder wurden durch Aktivitäten der Interessengemeinschaft für Ortsgeschichte aufgebracht. Dank einer großzügigen Spende der Ostdeutschen Sparkassenstiftung, der Sparkasse Muldental, dem Landratsamt, der Stadtverwaltung und vieler privater Spender konnten die bisher noch fehlenden fünf Figuren restauriert werden. Sie sind seit dem 14. November 2008 in der Kirche zu bewundern. Inzwischen wurden noch zwei weitere Figuren gefunden, die auf ihre Restaurierung warten. Danach wären zehn der ursprünglich 12 Figuren wieder hergestellt.

• Schule:
Das alte Schulgebäude ist wahrscheinlich durch Erweiterungsbauten um 1650, 1735 und 1778 aus dem ehemaligen Küsterhaus entstanden. Ein neueres Gebäude wurde durch Kriegseinwirkung zerstört. 1968 erfolgte ein Schulneubau, der 1988 erweitert wurde. Nach 450-jähriger Tradition wurde sie 1999 geschlossen.
Nach dem Umzug der 1998 gegründeten Evangelischen Grundschule nach Großbardau, im Jahr 2006 wurde das 1968 erbaute Schulgebäude 2007 abgerissen. Der Erweiterungsbau von 1988 nahm im August 2008 nach umfangreichem Umbau den Döbener Kindergarten "Bienenhaus" auf.

• Gasthof:
Erwähnung 1446, 1676 Wiederaufbau des im 30-jährigen Kriege abgebrannten Gebäudes. Eine Gedenktafel erinnert an den Posaunisten Carl Traugott Queisser, der in diesem Hause 1800 geboren wurde.

• Ehemaliges Schlossgelände:


Feueresse mit Blick auf Schloss Döben vor der Zerstörung
(Gemälde vom gebürtigen Döbener Maler Friedrich Decker)
Nach Zerstörung eines ursprünglich im Bereich der Kirche gelegenen Vorgängerbaues wurde spätestens im 14. Jh. die Burg auf dem Felssporn über der Mulde errichtet. Um 1500 entstand in ihrem Bereich ein schriftsässiges Rittergut. Die Burg wandelte sich nach und nach zum Schloss. 1857 erfolgte nach einem Großbrand ein Neuaufbau im Neorenaissance-Stil.
Schloss und Rittergut wurden durch Kriegseinwirkung leicht beschädigt. 1945 teilweise geplündert, diente es Flüchtlingen als Wohnung und wurde durch Neubauern genutzt. Durch die spätere bewusste Nichtnutzung zur Ruine verfallen, musste die Anlage 1971 aus Sicherheitsgründen endgültig gesprengt werden. Vorhanden ist noch der Teepavillon von 1744 und die ehemalige Brauerei, die nach einem Brand 2004 wieder aufgebaut wurde. Im ehemaligen Eselstall wurde eine Heimatstube eingerichtet.



• Fachwerkhäuser:
Pfarre, Haus am Pfarrgarten, 2 weitere Anwesen in der Göhrengasse, ehemaliger Spittel am Zetten, ehemalige Försterei mit Wildkeller am Kirchberg sowie alte, ehemals eingeschossige Gesindehäuser am Kirchberg und am Zetten

• Schäferei:
1837 auf dem Gelände des ehemaligen Vorwerks errichtet, Wohngebäude als Fachwerkhaus

• Teichmühle:
1421 erstmals erwähnt, Fachwerk-Auszugshaus, Abbruch Mühlengebäude 2003

• Schnitterkaserne:
am Dorfplatz, ehemals zum Rittergut gehörend


Autor:    Interessengemeinschaft "Ortsgeschichte" Döben
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